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Weihnachtsmarkt: Bargeld oder Karte?

Veröffentlicht 2026-11-04 · Aktualisiert 2026-11-04 · 6 Min. Lesezeit · Von WaveRate

Die Glühweintasse in der einen Hand, das Portemonnaie in der anderen, und vor dir eine Schlange, die nicht wartet, bis das Kartenterminal Netz findet. Auf Weihnachtsmärkten mit Karte zu zahlen ist heute viel leichter als vor ein paar Jahren. Selbstverständlich ist es aber noch nicht, und einige der schönsten Märkte liegen in Ländern, in denen der Euro nicht gilt.

Weihnachtsmarkt mit Karte zahlen: was heute geht

Vor ein paar Jahren war der Rat für deutsche Weihnachtsmärkte einfach: Bargeld mitnehmen. Das hat sich geändert. Auf den großen Märkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben viele Stände ein Kartenterminal, und kontaktlos zu zahlen ist verbreitet. In Essen müssen seit 2024 alle Händler Kartenzahlung anbieten.

Ganz bargeldlos ist trotzdem die Ausnahme, und es lässt sich auch wieder rückgängig machen. Der Weihnachtsmarkt im Zürcher Hauptbahnhof kündigte 2025 an, kein Bargeld mehr anzunehmen, und nahm das nach öffentlicher Kritik noch vor der Eröffnung zurück; heute entscheidet dort jeder Stand selbst. Kleine Kunsthandwerksstände, Vereinsstände und Märkte in kleineren Orten nehmen oft nur Bargeld, und mobile Terminals können auf vollen Plätzen das Netz verlieren. Bewährt hat sich: Karte für Essen, Getränke und größere Geschenke, ein paar Scheine und Münzen für den Rest.

Die klassische Ausnahme ist das Tassenpfand. Es liegt meist zwischen 2 und 5 Euro pro Tasse. Zahlst du mit Karte, wird das Pfand in der Regel gleich mit abgebucht. Gibst du die Tasse ab, bekommst du das Pfand aber meist bar zurück, am Ende des Abends hast du also so oder so Münzen in der Tasche.

Weihnachtsmärkte außerhalb des Euroraums: welche Währung du brauchst

Wien und Straßburg sind für Reisende aus Deutschland einfach, dort zahlst du in Euro. Einige der beliebtesten Märkte liegen aber in Ländern mit eigener Währung. Die Stände dort rechnen in Landeswährung. Wer Euro annimmt, legt den Kurs selbst fest und gibt das Wechselgeld in Landeswährung heraus, und dieser Kurs ist selten zu deinen Gunsten.

  • Prag (Tschechische Krone, CZK): Auf den Märkten am Altstädter Ring und am Wenzelsplatz gibt es Stände mit und ohne Karte, viele wollen weiterhin Bargeld. Nimm Kronen mit, hebe sie am Automaten einer Bank ab und meide Wechselstuben mit auffälligen Kurstafeln an den Touristenstraßen. Hat dir eine trotzdem einen schlechten Kurs gegeben: Nach tschechischem Recht kannst du einen Umtausch bis zum Gegenwert von 1.000 Euro innerhalb von drei Stunden rückgängig machen.
  • Budapest (Forint, HUF): Auf dem Markt am Vörösmarty-Platz nehmen die meisten Stände Karte, kleinere Märkte und Essensstände manchmal nur bar. Preise gehen schnell in die Tausende Forint, rechne also vor dem Zahlen nach, statt zu schätzen.
  • Krakau und Breslau (Złoty, PLN): In Polen ist Kartenzahlung auch bei kleinen Beträgen Standard. Ein paar Złoty in bar reichen für die Ausnahmen.
  • Zürich und Basel (Schweizer Franken, CHF): Gezahlt wird meist mit Karte oder der Schweizer App TWINT, die meisten Stände nehmen aber auch Bargeld. Euro werden teils angenommen, das Wechselgeld kommt in Franken.
  • Kopenhagen und Stockholm (Dänische und Schwedische Krone, DKK und SEK): Du kommst die ganze Reise ohne Bargeld aus, in Schweden nehmen manche Stände gar keins.
  • London, Manchester und Edinburgh (Pfund, GBP): Karte und kontaktlos sind weit verbreitet, in Edinburgh geht auf den Weihnachtsmärkten nur Karte. Für Manchester steckst du besser etwas Bargeld ein, dort wollen manche Stände womöglich noch Bargeld.

Die Kartenfalle am Stand im Ausland

Außerhalb des Euroraums bieten Kartenterminals und Geldautomaten oft an, den Betrag gleich in Euro abzurechnen. Das wirkt praktisch, weil du eine vertraute Zahl siehst. Den Kurs legt dann aber der Zahlungsdienstleister des Händlers fest, und er ist meist mehrere Prozent schlechter als der Kurs deines Kartennetzwerks.

Wähle deshalb immer die Landeswährung: Kronen in Prag, Forint in Budapest, Franken in Zürich. Das gilt auch am Automaten, wo die Frage oft erst nach der Betragswahl kommt. In EU-Ländern ohne Euro, also etwa Tschechien, Ungarn, Polen, Dänemark und Schweden, muss das Terminal dir vor der Bestätigung den Aufschlag gegenüber dem Kurs der Europäischen Zentralbank anzeigen. In der Schweiz und in Großbritannien gilt diese Pflicht nicht. Deine Bank berechnet eventuell noch ein Auslandseinsatzentgelt, das ist aber meist deutlich kleiner als der Aufschlag, den du so vermeidest.

Wie viel Bargeld für einen Abend auf dem Weihnachtsmarkt?

Rechne nur mit dem, was wahrscheinlich bar bezahlt werden muss, nicht mit dem ganzen Abend. Für die meisten ist das ein Getränk samt Pfand an einer Bude, die nur Bargeld nimmt, ein Snack von einem kleinen Stand und vielleicht ein Geschenk vom Kunsthandwerker ohne Terminal. Dafür reichen pro Person ein paar Scheine in Landeswährung, alles Größere geht auf die Karte.

Besuchst du auf einer Reise mehrere Städte, wechsle nicht für alle Länder auf einmal. Hebe in jedem Land bei der Ankunft ab und gib Münzen vor der Abreise aus: Wechselstuben nehmen sie selten zurück.

Vor der Reise einrichten

  1. Alle Währungen der Reise auf einen Bildschirm. Setze in WaveRate den Euro an die erste Stelle und füge CZK, HUF, PLN, CHF oder DKK für die Städte auf deiner Route hinzu. Jeder Preis wird so auf einen Blick zum Referenzkurs umgerechnet.
  2. Preise in Tausendern nachrechnen. Ein Preis in Forint oder Kronen wirkt groß, bis er umgerechnet ist. Tipp ihn vor dem Zahlen in den Rechner, dann erkennst du einen schlechten Euro-Kurs am Stand sofort.
  3. Auch ohne Roaming nutzen. Zuletzt geladene Kurse bleiben offline verfügbar, der Rechner funktioniert also auch auf einem vollen Platz ohne Netz.
  4. Die Ausgaben gleich festhalten. Trag Einkäufe in einer Reise in der Währung ein, in der du gezahlt hast. Jeder Eintrag behält den Kurs seines Tages, so verschiebt sich die Summe in Euro nicht, wenn sich die Kurse später bewegen.
Der WaveRate-Rechner multipliziert einen Preis und rechnet das Ergebnis um
Wer den Preis am Stand vor dem Zahlen umrechnet, sieht sofort, ob ein Euro-Preis fair ist.

Häufige Fragen

Kann man auf dem Weihnachtsmarkt mit Karte zahlen?

Auf den großen Märkten in Deutschland meist ja: Die meisten Stände haben ein Kartenterminal, und kontaktlos ist üblich. Kleine Stände und Märkte in kleineren Orten nehmen aber oft nur Bargeld, und das Tassenpfand gibt es meist bar zurück. Nimm deshalb etwas Bargeld mit.

Gibt es bargeldlose Weihnachtsmärkte?

Ja, aber nur wenige. Die Weihnachtsmärkte in Edinburgh nehmen nur Karte, in Essen müssen alle Händler Karte anbieten. Der Markt im Zürcher Hauptbahnhof hat ein angekündigtes Bargeldverbot 2025 noch vor der Eröffnung zurückgenommen, dort entscheidet heute jeder Stand selbst.

Brauche ich Bargeld für das Tassenpfand?

Zum Bezahlen nicht unbedingt, zum Zurückbekommen meistens schon. Das Pfand von meist 2 bis 5 Euro wird bei Kartenzahlung mit dem Getränk abgebucht, bei der Rückgabe der Tasse gibt es das Geld aber in der Regel bar zurück.

Kann ich auf dem Weihnachtsmarkt in Prag mit Euro oder Karte zahlen?

Mit Karte an vielen, aber nicht an allen Ständen, mit Euro nur an manchen und zu einem schlechten Kurs. Heb ein paar Kronen am Automaten einer Bank ab und zahle mit Karte immer in Kronen, nicht in Euro.

Sollte ich vor der Reise zum Weihnachtsmarkt Geld wechseln?

Meist nicht. Für Prag, Budapest, Krakau oder Zürich ist ein Bankautomat nach der Ankunft in der Regel günstiger als der Umtausch zu Hause. Meide Wechselstuben und bankfremde Automaten an den Touristenstraßen.

Was wähle ich, wenn das Terminal fragt, in welcher Währung ich zahlen will?

Die Landeswährung. Wählst du Euro, legt der Dienstleister des Händlers den Kurs fest, und der ist meist mehrere Prozent schlechter als der Kurs deines Kartennetzwerks.

WaveRate stellt Wechselkursinformationen nur zu Referenzzwecken bereit. Die App tauscht keine Währungen und ist keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung.